Treffen zwischen Vertretern des Kollegiums der Ev.-Luth. Landeskirche in Braunschweig und dem Evangelischen Arbeitskreis der CDU in Sachsen-Anhalt

Zu einem turnusmäßigen Gespräch trafen sich am 7. Oktober 2021 im Landeskirchenamt in Wolfenbüttel Mitglieder des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CDU Sachsen-Anhalt und Vertreter des Kollegiums der Ev.-Luth. Landeskirche in Braunschweig. Diese Gespräche finden seit dem Jahre 2013 statt.

Landesbischof Dr. Christoph Meyns stellte nach einer Andacht Spezifika der Arbeit seiner Landeskirche dar: Dank der Baby-Boomer-Generation gibt derzeit genügend Pfarrerinnen und Pfarrer in der Landeskirche. Damit ist eine große Verlässlichkeit in der kirchlichen Versorgung gewährleistet. Es kann und es wird jedoch nicht alles so bleiben, wie es derzeit ist. Die Gemeindemitgliederzahlen sinken, und es ziehen sich auch Menschen aus dem gesellschaftlichen Leben zurück. Dieses ist besonders seit der Corona-Pandemie festzustellen. Die Kirche wird ihre jetzt 170 auf ca. 145 Gemeindepfarrstellen reduzieren. Es ist also ein „Zukunftsprozess“ nötig, den die Kirche angestoßen hat. Z.B. stellen sich folgende Fragen:

  • Welche Aufgaben sollen welche kirchlichen Berufe zukünftig ausfüllen?
  • Welche Anteile der pfarramtlichen Tätigkeiten sind verfügbar?
  • Wollen wir Erprobungsräume für eine neue Gemeindegestaltung eröffnen?
  • Welches sind die zukünftigen Aufgaben von Diakonie und sozialen Diensten?

Auch die Kirche in Braunschweig wird wohl in eine Diasporaexistenz gehen.
  OLKR Thomas Hofer führte aus, dass es durchaus Nachwuchssorgen gäbe, da gegenwärtig zu wenig junge Menschen Theologie studierten. Eine kooperative Arbeit mit anderen christlichen Kirchen ist angebracht, und so setzt sich die Braunschweigische Kirche zum Beispiel für einen gemeinsam verantworteten Religionsunterricht an den Schulen ein.
  OLKR Dr. J. Mayer erläuterte eine stabile Finanzsituation der Braunschweiger Kirche. Diese dürfe jedoch nicht zu finanzieller Nachlässigkeit führen. Deshalb hat die Kirche erstmalig zum 1.1.2021 eine Eröffnungsbilanz erstellt. Sie soll Auskunft über die finanzielle Leistungsfähigkeit der Kirche geben. Wichtig ist in dieser Hinsicht die Transparenz über das Vermögen und die Verpflichtungen. Diese Bilanz liegt zunächst für die Landeskirche vor. Sie soll ggf. auch auf der Ebene der Kirchengemeinden und kirchlichen Stiftungen erfolgen.
  Die Corona-Pandemie hat auch die Arbeit der Kirche hart getroffen. Nur langsam kehrt das gemeindliche Leben in gewohnter Form zurück. So manche Gemeindeglieder scheuen sich noch immer, an Veranstaltungen teilzunehmen. Die Pandemie hat aber auch einen Schub in der Entwicklung neuer (z.T. digitaler) Gemeindeangebote gegeben.
  Herr Scharf berichtete über Verlauf und Ergebnisse der Landtags- und Bundestagswahlen in Sachsen-Anhalt: Die CDU konnte bei der Landtagswahl ein relativ gutes Wahlergebnis erreichen, das wohl auch in der klaren ablehnenden Haltung von Ministerpräsident Dr. Haseloff gegenüber der AfD seine Begründung hat. Die Koalitionsverhandlungen verliefen zügig und erfolgreich, so dass schnell eine weiterhin stabile Regierungs- und Parlamentsarbeit erwartet wird. Bei der Bundestagswahl konnte sich die CDU dem für sie negativen Trend nicht entziehen. Die Aufarbeitung der Gründe dauert an.
  Christlich-gebundene Politiker werden auch zukünftig wichtige politische Funktionen im Land ausfüllen.
  Die Teilnehmer vereinbarten ein Folgetreffen dieses Gedankenaustausches.
 

Jürgen Scharf
Vorsitzender des EAK